Markteintritt in Deutschland: GmbH, UG oder Einzelunternehmen?

Ob Sie als Unternehmen aus dem Ausland in den deutschen Markt einsteigen oder in Leipzig neu gründen: Die Rechtsform bestimmt Haftung, Kapitalbedarf und Aufwand. Ein Überblick über die häufigsten Varianten.

Redaktion MTR Consulting Aktualisiert am Lesezeit: 5 Min.

Die Rechtsformen im Vergleich

EinzelunternehmenUG (haftungsbeschränkt)GmbH
Mindestkapitalkeinesunter 25.000 €, voll einzuzahlen, keine Sacheinlagen25.000 €
Haftungpersönlich, mit dem gesamten Vermögenbeschränkt auf das Gesellschaftsvermögenbeschränkt auf das Gesellschaftsvermögen
GründungGewerbeanmeldungNotar, HandelsregisterNotar, Handelsregister
Besonderheiteinfach, wenig FormalitätenPflichtrücklage: ¼ des Jahresüberschusseshohes Ansehen bei Geschäftspartnern

GmbH: der Klassiker

Das Stammkapital einer GmbH muss mindestens 25.000 Euro betragen (§ 5 GmbHG). Der Gesellschaftsvertrag bedarf der notariellen Form (§ 2 GmbHG). Für Gründungen mit höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer gibt es ein vereinfachtes Verfahren mit gesetzlichem Musterprotokoll. Erst mit der Eintragung ins Handelsregister entsteht die GmbH.

UG (haftungsbeschränkt): der günstige Einstieg

Die Unternehmergesellschaft ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital. Sie muss die Bezeichnung „UG (haftungsbeschränkt)“ führen, das Kapital vor der Anmeldung voll einzahlen, und Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Jedes Jahr ist ein Viertel des Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einzustellen (§ 5a GmbHG). Erreicht das Kapital später 25.000 Euro, entfallen diese Sonderregeln.

Einzelunternehmen und Zweigniederlassung

Das Einzelunternehmen entsteht mit der Gewerbeanmeldung – schnell und günstig, aber mit persönlicher Haftung. Unternehmen aus dem Ausland können statt einer neuen Gesellschaft auch eine Zweigniederlassung in Deutschland eintragen lassen. Welche Variante steuerlich und organisatorisch passt, hängt vom Geschäftsmodell ab.

So unterstützen wir Sie

In unserer Wirtschaftsberatung analysieren wir mit Ihnen Markt, Risiken und Ziele und bereiten die Entscheidung für die passende Rechtsform vor. Für notarielle und steuerliche Schritte arbeiten wir mit den zuständigen Fachleuten zusammen.

Häufige Fragen

Wie viel Kapital braucht eine UG mindestens?

Das Gesetz nennt nur, dass das Stammkapital unter 25.000 Euro liegen darf. Es muss vor der Anmeldung vollständig eingezahlt sein. Ein sehr geringes Kapital kann im Alltag aber schnell zu knapp werden.

Muss ich für eine GmbH zum Notar?

Ja. Der Gesellschaftsvertrag bedarf der notariellen Form, auch beim Musterprotokoll.

Kann ich später von der UG zur GmbH wechseln?

Ja. Wird das Stammkapital auf mindestens 25.000 Euro erhöht, gelten die Sonderregeln der UG nicht mehr.

Quellen

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln und Gebühren können sich ändern – maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Stelle.

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